Premiere: Puppentheater Magdeburg, 17.02.15 Konzept: Ensemble Spiel: Freda Winter, Florian Kräuter, Lennart Morgenstern Textfassung: Tim Sandweg Bühne: Florian Kräuter Videoanimation: Krauss & Feigl Dramaturgie: Stephanie Preuß
Kathrin Singer, Volkstimme, 19.02.15: „Das hat es so im Magdeburger Puppentheater noch nicht gegeben: eine Inszenierung ganz ohne Puppen! Da modernes Figurentheater aber auch zu belebende Objekte einschließt, ist die neue Produktion "Wilde Reise durch die Nacht" vor allem eine konsequente Entscheidung, die überaus überbordende Fabulierlust eines Walter Moers nicht noch mit eigenen Bildern und Figuren zu überfrachten. Vielmehr ist die Mischung aus Live-Hörspiel, Schattenspiel und Videoprojektion eine Aufforderung ans erwachsene Publikum, das eigene Kopf-Kino in Gang zu setzen. Und das funktioniert auf atemberaubende Weise. (...) Freda Winter, Florian Kräuter und Lennart Morgenstern sitzen am Labortisch und lassen in den kommenden 90 Minuten einen irrwitzigen Kosmos entstehen, bei dem Regisseur Nis Søgaard vor allem auf Tempo setzt und dem Publikum eine hohe Konzentration abfordert. Hier wird - die Ausstattung hat das Ensemble zusammengetragen - live geflötet, gezirpt, gehupt, geraschelt, geseufzt, geknarzt, geknirscht, getrappelt, geheult, gegurgelt, geschnalzt, gepfiffen und musiziert, dass es eine Lust ist. (...) Lennart Morgenstern als wunderbar eitler Gustave Doré ist umgeben von allerlei skurrilen Gestalten, für die Freda Winter und Florian Kräuter ihre verblüffend wandelbaren Stimmen hören lassen. Grandios, wie die beiden beispielsweise eine ganze blutrünstige Gespensterschar allein mit Stimme und Mikro zum Leben erwecken. (...) "Man kann das Universum nicht zeichnen, es ist zu groß", sagt Gustave Doré. Bevor der Tod auch bei ihm am Ende den Seelensarg zuklappt, bekommt man bei dieser mit Bravo-Rufen bedachten Premiere jedoch zumindest eine Ahnung davon.“
Prod. Puppentheater Magdeburg / Wilde Reise durch die Nacht Prod.dat. 12.04.2017 Fotograf: Kerstin Groh
Fotos: Jesko Döring
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